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Gemeinsam mit der Stadt Schwerte ist der Startschuss für die Potenzialanalyse neuer Arbeitsformen und -orte gefallen. Bürgermeister Dimitrios Axourgos, Jens Ewald (TechnoPark und Wirtschaftsförderung Schwerte), Timo Rüßler (Stadt Schwerte) und Tobias Kollewe (cowork AG/BVCS) informierten gestern im Rahmen einer Pressekonferenz über die Ziele der nächsten Wochen.

„Wir wollen herausfinden, ob sich eine nachhaltige, zukunftsorientierte Arbeitskultur in Schwerte gestalten lässt“, sagte Bürgermeister Dimitrios Axourgos im Rahmen der virtuellen Pressekonferenz. Als Ergebnis der Umfrage und der Interviews mit Unternehmen aus der Region entsteht eine Handlungsempfehlung für die Stadt mit konkreten Standort- und Anforderungsprofilen. Die Ergebnisse der Erhebung unter möglichen Nutzern und der Interviews mit Unternehmen aus der Region werden letztendlich als maßgebliche Entscheidungsbasis dessen dienen, ob die Errichtung von Coworking Spaces in und um Schwerte nachhaltig sinnvoll ist und falls ja, mit welchen Standort- und Ausstattungsanforderungen dies verbunden ist.

Die Umfrage unter Schwerter Bürgerinnen und Bürgern läuft in den kommenden Wochen. Parallel dazu werden qualitative Interviews mit Entscheidern aus Unternehmen in der Region geführt. Die aus den Ergebnissen der Erhebung abgeleiteten Handlungsempfehlungen werden im Laufe des zweiten Quartals erwartet.

Potenzialanalyse Coworking Schwerte

Über die Potenzialanalyse Coworking:
Die Bedarfsermittlung erfolgt in einem zweistufigen Konzept: Zum einen durch eine quantitative Erhebung bei potenziellen Nutzern, also Pendlern, Freiberuflern, Start-Ups, Angestellten etc. Zum anderen durch die qualitative Befragung von in der jeweiligen Region ansässigen Unternehmen zu den Themen Digitalisierung, neue Arbeitsformen und Mitarbeitermobilität. Aus den Ergebnissen beider Bausteine wird schließlich eine Handlungsempfehlung abgeleitet, die als Entscheidungsvorlage für die Errichtung von Coworking Spaces in den Regionen dient.

Im Auftrag des Landkreises Wolfenbüttel erstellte die cowork AG eine Potentialanalyse zum Coworking in Wolfenbüttel. Basis der Untersuchung war eine empirische Erhebung unter möglichen Nutzern auf Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite.

Die Ergebnisse der für den Landkreis Wolfenbüttel erstellten Studie zeichnet ein recht eindeutiges Bild: die meisten Arbeitnehmer und Solopreneure, die bereits in einem Coworking Space gearbeitet haben, waren mit der Arbeitsplatzsituation im Space selbst zufrieden und würden ihn auch wieder nutzen.

Überdurchschnittlich hoch war die Bereitschaft auf Seiten der Arbeitgeber: 85% der befragten Unternehmen/Unternehmer, würden ihren Mitarbeitern gestatten, in Coworking Spaces zu arbeiten (als Alternative zum Büro und zum Homeoffice). Und lediglich 8% der befragten Unternehmen wären nicht bereit, die anfallenden Kosten für Arbeitsplätze in Coworking Spaces zu übernehmen.

Gerade angesichts der steigenden Zahl an Remote-Worker können Coworking Spaces betriebsinterne als auch interdisziplinäre Vergemeinschaftung fördern: „Es wäre super, wenn Wolfenbüttel in ein Coworking Space investieren würde. Immer mehr Menschen arbeiten überwiegend im Homeoffice […]. Ein Coworking Space würde die Möglichkeit bieten, Remote-Worker persönlich zusammenzubringen. Persönlicher Kontakt ist nach wie vor sehr wichtig!“ Auszüge aus den Ergebnissen der Umfrage stehen hier zum Download zur Verfügung.

Die unter Leitung von Prof. Dr. Axel Minten und Laura Bauer durchgeführte Studie belegt für Wolfenbüttel unter der besonderen Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten, wie auch schon in anderen Gemeinden, Kommunen und Regionen, die steigende Nachfrage nach Coworking Spaces.

 

Weitere Informationen zur Potentialanalyse Coworking

Wenn ein Landkreis oder eine Kommune sich entschließt, einen Coworking Space zu eröffnen, steht am Anfang des Projekts eine Bedarfsermittlung. Dabei unterstützen wir unsere Projektpartner und Kunden. Aktuell führen wir eine solche Potenzialanalyse für den Landkreis Wolfenbüttel durch. Konkret geht es darum, die Gewohnheiten und Bedarfe verschiedener Personengruppen an ihrem Arbeitsplatz in Bezug auf Arbeit 4.0 zu erfragen. Dadurch wird ermittelt, ob (in diesem Fall im Landkreis Wolfenbüttel) Bedarf an Coworking Spaces besteht und welche Standort- und Ausstattungsanforderungen diese hätten. 

Für diese Ermittlung haben wir einen Umfragebogen entwickelt, mit dem wir in fünf Blöcken die berufliche Situation, die Bedarfe der Arbeitsumgebung, Nutzung und Ausstattung von Coworking Spaces und soziodemographische Angaben abfragen. In Wolfenbüttel lief die Umfrage neun Wochen lang. Um die Umfrage zu bewerben, wurden von uns Flyer und Plakate zur Verfügung gestellt, der Landkreis arbeitete zusätzlich mit Presseartikeln und einer eigenen Landingpage. Die Umfrage ist von großer Bedeutung für den Landkreis. „Nicht nur die Frage, ob Coworking Spaces generell für unseren Landkreis attraktiv sind, sondern vor allem auch die Frage, über welche Ausstattungen Coworking-Arbeitsräume verfügen sollen, um von Vielen genutzt zu werden, können wir nur durch die Rückmeldung der interessierten Menschen beantworten“, erklärt Landrätin Christiana Steinbrügge.

Bei der Potenzialanalyse handelt es sich um ein zweistufiges Konzept, das neben der Umfrage als quantitative Erhebung auch aus einer qualitativen Befragung besteht. Bei dieser werden Befragungen bei Unternehmen aus der jeweiligen Region durchgeführt, um deren Einstellung zu den Themen Digitalisierung, neuen Arbeitsnormen und Mitarbeitermobilität zu ermitteln. Die Ergebnisse des qualitativen und quantitativen Teils bilden die Grundlage für eine Handlungsempfehlung, die dem Landkreis als Entscheidungsvorlage für die Errichtung von Coworking Spaces dienen wird. Entwickelt haben wir das Konzept in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Coworking Spaces e.V. unter der Leitung von Dr. Axel Minten von der FOM Hochschule für Ökonomie und Management. 

In Wolfenbüttel verspricht man sich von einem Coworking Space nicht nur Synergieeffekte, sondern auch die Themen Flexibilität und Nachhaltigkeit spielen eine wichtige Rolle. Vor allem Pendler sollen im Landkreis von verkürzten und stressfreieren Arbeitswegen sowie der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf profitieren. „Gerade die letzten Wochen haben gezeigt: Die Unternehmen unserer Region sind bereit für Arbeitsorte außerhalb des eigenen Unternehmens. Während aber fehlende und ungeplante Kontakte im Homeoffice eine Innovationsbremse sein können, spielt ein Coworking Space gerade hier seine volle Stärke aus“, erklärt Florian Bernschneider, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Region Braunschweig e.V. Zudem betont er, dass er sich darüber freue, dass der Landkreis Wolfenbüttel Pionierarbeit leistet, um zu zeigen, dass Coworking nicht nur in Großstädten funktioniert.